Einordnung: der Säulenofen als Aufguss-Spezialist
Harvia baut seit Jahrzehnten Saunaöfen in Finnland, und der Cilindro ist das bekannteste Gesicht der Säulenbauweise: Statt einer flachen Steinmulde umschließt ein Mantel aus Edelstahl eine hohe, von allen Seiten zugängliche Steinsäule. In unserer großen Saunaofen-Kaufberatung steht der PC70 an der Spitze der Empfehlungen, und dieser Daten-Check erklärt im Detail, warum. Er richtet sich an alle, die eine bestehende oder geplante Kabine mit einem Ofen ausstatten wollen, bei dem der Aufguss im Mittelpunkt steht. Denn genau darauf zahlt das Konzept ein: Viel Steinmasse bedeutet viel gespeicherte Wärme, sanfte Strahlungswärme statt harter Direkthitze und Reserven, wenn die Saunarunde länger dauert.
Preislich liegt der PC70 in der oberen Mittelklasse der Saunaöfen. Zielgruppe sind Besitzer mittelgroßer Kabinen, etwa im klassischen Heimsauna-Format, die weiche Strahlungswärme und satte Aufgüsse über schnelles Aufheizen stellen.
Die Daten im Überblick
| Eigenschaft | Angabe |
|---|---|
| Typ | Säulen-Saunaofen, freistehend |
| Leistung | 6,8 kW |
| Steinfüllung | rund 90 kg laut Hersteller, Steine separat |
| Steuerung | integriert, Regler am Ofen |
| Material | Edelstahlmantel |
| Stromanschluss | 400 Volt, nur durch Elektrofachbetrieb |
| Kabinengröße | mittelgroße Kabinen laut Herstellerfreigabe |
| Preisklasse | obere Mittelklasse |
| Redaktionswertung | 4,5/5 |
Alle technischen Daten stammen aus Hersteller- und Händlerangaben mit Stand Juli 2026, eigene Labormessungen haben wir nicht durchgeführt.
Stärken im Alltag
Die zentrale Stärke ist die Steinmasse. Der Cilindro fasst laut Hersteller rund 90 Kilogramm Steine und damit ein Vielfaches dessen, was kompakte Wandöfen tragen. Diese Masse arbeitet doppelt: Sie gibt die Hitze als sanfte, gleichmäßige Strahlungswärme ab, die viele als angenehmer empfinden als die direkte Hitze kleiner Öfen, und sie hält enorme Aufguss-Reserven bereit. Kelle um Kelle verdampft satt und weich, ohne dass der Ofen einbricht, auch bei mehreren Aufgüssen hintereinander.
Dazu kommt das Säulenprinzip selbst: Die Steinsäule ist rundum zugänglich, der Aufguss gelingt von allen Seiten, und der Ofen steht frei in der Kabine statt an der Wand zu hängen. Der Edelstahlmantel macht daraus nebenbei ein zeitloses Gestaltungselement. Die integrierte Steuerung mit Reglern am Ofen hält die Installation schlank, ein separates Steuergerät ist nicht nötig.
Zur großen Füllung gehört ein kleiner Pflegeplan: Kontrolliere die Steine etwa einmal im Jahr, ersetze poröse, brüchige Exemplare und schichte den Rest locker neu, damit die Luft zwischen den Heizstäben weiter zirkuliert. Das kostet eine halbe Stunde und erhält die Aufgussqualität über Jahre.
Ehrliche Grenzen
Die Steinmasse hat ihren Preis, und zwar in Minuten: Bis rund 90 Kilogramm Gestein durchgewärmt sind, dauert es länger als beim kleinen Wandofen. Wer spontan nach Feierabend bei 90 Grad sitzen will, muss den Ofen entsprechend früher starten. Auch die Bedienung hat eine Eigenheit: Die Regler der integrierten Steuerung sitzen unten am Ofen, das bedeutet Bücken in der warmen Kabine. Als freistehender Ofen braucht der Cilindro zudem Stellfläche mitten in der Kabine samt der vom Hersteller vorgegebenen Mindestabstände; in sehr kompakten Kabinen ist ein flacher Wandofen die vernünftigere Wahl, und wo Kinder mitsaunieren, gehört ein Ofenschutzgitter vor die Steinsäule.
Zweitens die Pflichten: Der PC70 verlangt einen 400-Volt-Festanschluss, und den plant, installiert und prüft ausschließlich ein Elektrofachbetrieb, inklusive Zuleitung, Absicherung und Fehlerstromschutz. Die Saunasteine liegen nicht bei; geeignet sind ausschließlich Diabas oder Olivindiabas, und bei dieser Füllmenge gehören mehrere Säcke auf die Bestellung. Was der Betrieb eines Ofens dieser Klasse im Jahr kostet, rechnet unser Artikel zum Stromverbrauch der Sauna vor.
Für wen der Ofen passt und welche Alternativen es gibt
Der Cilindro PC70 passt zu Saunagängern, die den Aufguss zelebrieren und eine mittelgroße Kabine betreiben, deren Volumen zur Herstellerfreigabe passt; als grober Richtwert gilt rund 1 Kilowatt je Kubikmeter. Auch in einer gut gedämmten Gartensauna macht der Säulenofen Freude, solange das Kabinenvolumen innerhalb der Freigabe bleibt. Wer schlichter und günstiger heizen will, findet im Daten-Check des Harvia Vega BC60 den bewährten Wandofen-Klassiker mit 6 kW und integriertem Steuergerät.
Die passenden Diabas-Steine und das übrige Drumherum vom Aufgusskübel bis zum Thermometer findest du in unserer Zubehör-Übersicht; dort steht auch der bewährte 20-Kilogramm-Sack Saunasteine von Harvia, von dem du beim Cilindro mehrere einplanst.
Fazit
Der Harvia Cilindro PC70 ist der Ofen für alle, denen der Aufguss heilig ist: Die große Steinsäule liefert weiche Strahlungswärme und Reserven, an denen sich kompakte Wandöfen die Zähne ausbeißen. Dafür verzeiht er keine Ungeduld beim Aufheizen und verlangt Fachanschluss plus separate Steine. Die Wertung von 4,5/5 ist die höchste, die wir aktuell an einen Saunaofen vergeben, und sie ist verdient. Rechne das Projekt als Paket aus Ofen, Steinen und Fachanschluss, dann gibt es hinterher keine Überraschungen. Wer noch grundsätzlich bei Leistung, Steuerung und Steinen schwankt, liest vorher unsere große Ofen-Kaufberatung.

Harvia Cilindro PC70
- Rund 90 Kilogramm Steinfüllung laut Hersteller: speichert Wärme und liefert weiche, langanhaltende Aufgüsse
- Aufguss rundum möglich, weil die Steinsäule von allen Seiten zugänglich ist
- Integrierte Steuerung ohne zusätzliches Steuergerät, Edelstahlmantel in zeitlosem Design
- 6,8 kW passen laut Hersteller zu mittelgroßen Kabinen, der Klassiker im Heimsauna-Format
- Die Regler sitzen unten am Ofen, die volle Steinmasse verlängert die Aufheizzeit, Steine separat bestellen